Power to X (PtX) / Alternative Treibstoffe
Forschungstätigkeiten runden unsere Tätigkeiten ab. Unser Umfang reicht von kleinen Miniplants bis industrielle Anlagen, teils als mobile
Container-Lösungen.
Unsere Verfahren sind:
- Methanol-Direktsynthese
- Fischer-Tropsch-Synthese zur Herstellung von synthetischem Diesel, Kerosin, Benzin und Gasen
Warum synthetische Kraftstoffe zur Notwendigkeit werden
Einleitung
Die Energiewende setzt heute vor allem auf Strom aus Wind und Sonne sowie auf Batteriespeicher. Doch je weiter der Ausbau volatiler erneuerbarer Energien voranschreitet, desto deutlicher wird eine Lücke: Es braucht Energieträger, die sich verlustarm über lange Zeiträume speichern, schnell transportieren und bei Bedarf sofort in nutzbare Energie umwandeln lassen. Genau hier setzen synthetische Kraftstoffe an, die über die Fischer-Tropsch-Synthese oder die Direktmethanolsynthese aus grünem Wasserstoff und CO2 hergestellt werden. Sie werden in Zukunft nicht nur eine Nischenlösung sein, sondern für bestimmte Anwendungen – allen voran die Notstromversorgung – schlicht unverzichtbar.
Versorgungssicherheit bei Stromausfällen
Kritische Infrastruktur wie Krankenhäuser, Rechenzentren, Wasserwerke oder Mobilfunkmasten benötigt Notstromaggregate, die im Ernstfall über Stunden oder sogar Tage zuverlässig laufen. Batteriespeicher stoßen hier schnell an ihre Grenzen, da ihre Kapazität für einen mehrtägigen Betrieb unwirtschaftlich groß dimensioniert werden müsste. Synthetische Kraftstoffe lassen sich dagegen in Tanks bevorraten, jahrelang lagern und bei Bedarf in bestehenden Dieselgeneratoren nahezu klimaneutral verbrennen.
Kurze Erklärung zum Verfahren – Fischer-Tropsch-Synthese: Bei diesem seit den 1920er-Jahren bekannten Verfahren wird ein Gemisch aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff (Synthesegas) an einem Katalysator, meist auf Basis von Eisen oder Kobalt, zu langkettigen Kohlenwasserstoffen umgesetzt. Das Ergebnis ist ein Rohprodukt, das anschließend zu Diesel, Kerosin oder Benzin veredelt werden kann und sich chemisch kaum von fossilen Pendants unterscheidet.
Hohe Energiedichte als entscheidender Vorteil
Für den Notstromfall zählt vor allem eines: möglichst viel Energie auf möglichst kleinem Raum und mit möglichst geringem Gewicht bereitzustellen. Flüssige Kraftstoffe erreichen eine um ein Vielfaches höhere volumetrische und gravimetrische Energiedichte als selbst moderne Lithium-Ionen-Akkus. Das macht sie besonders für mobile Notstromlösungen, etwa in Katastrophenschutzfahrzeugen oder auf abgelegenen Baustellen, praktisch alternativlos.
Kurze Erklärung zum Verfahren – Direktmethanolsynthese: Hierbei reagiert CO2 direkt mit Wasserstoff in einem einzigen katalytischen Schritt zu Methanol, meist über Kupfer-Zink-Katalysatoren. Im Gegensatz zur Fischer-Tropsch-Route entfällt die vorherige Umwandlung in Synthesegas, wodurch der Prozess energetisch und apparativ einfacher ist. Methanol lässt sich anschließend direkt verbrennen oder in Brennstoffzellen sowie zu weiteren Kraftstoffen weiterverarbeiten.
Nutzung bestehender Infrastruktur
Ein oft unterschätzter Vorteil synthetischer Kraftstoffe liegt darin, dass sie sogenannte Drop-in-Fuels sind: Sie passen in vorhandene Tankanlagen, Pipelines, Motoren und Notstromaggregate, ohne dass diese aufwendig umgerüstet werden müssten. Gerade bei Notstromsystemen, die oft jahrzehntelang im Bestand bleiben und selten ausgetauscht werden, ist diese Kompatibilität ein entscheidender wirtschaftlicher und praktischer Faktor gegenüber komplett neuen Antriebs- oder Speichertechnologien.
Kurze Erklärung zum Verfahren: Sowohl das Fischer-Tropsch-Produkt als auch daraus weiterverarbeitetes Methanol lassen sich so einstellen, dass sie den geltenden Kraftstoffnormen entsprechen. Der Clou beider Verfahren ist, dass am Ende keine grundlegend neuen Moleküle entstehen, sondern chemisch bekannte Energieträger – nur eben aus erneuerbarem Wasserstoff und recyceltem CO2 statt aus Erdöl.
Dezentrale Produktion mit erneuerbarem Strom
Beide Verfahren lassen sich grundsätzlich dort betreiben, wo überschüssiger erneuerbarer Strom anfällt – etwa in Regionen mit viel Windkraft oder Solarenergie, die zeitweise mehr Strom produzieren, als das Netz aufnehmen kann. Anstatt Anlagen abzuregeln, kann dieser Überschussstrom zur Wasserstoffproduktion per Elektrolyse und anschließend zur Kraftstoffsynthese genutzt werden. So entsteht ein Energieträger, der überschüssigen Grünstrom speicherbar und über weite Strecken transportierbar macht – ideal, um Notstromreserven auch abseits der Erzeugungsorte bereitzustellen.
Kurze Erklärung zum Verfahren: In beiden Prozessen ist der benötigte Wasserstoff der zentrale Baustein. Er wird per Elektrolyse aus Wasser gewonnen, während das notwendige CO2 idealerweise direkt aus der Luft (Direct Air Capture) oder aus industriellen Punktquellen stammt. Erst die Kombination aus grünem Wasserstoff und nachhaltig bezogenem CO2 macht Fischer-Tropsch-Kraftstoffe und Methanol tatsächlich klimafreundlich.
Fazit
Synthetische Kraftstoffe aus Fischer-Tropsch-Synthese und Direktmethanolsynthese werden in Zukunft keine Konkurrenz zur Elektrifizierung sein, sondern deren notwendige Ergänzung – überall dort, wo Batterien an ihre physikalischen Grenzen stoßen. Für Notstromanwendungen, bei denen Versorgungssicherheit, Energiedichte und Kompatibilität mit bestehenden Anlagen im Vordergrund stehen, bieten sie schon heute eine technisch ausgereifte und zunehmend klimaneutrale Lösung. Wer künftige Resilienz gegen Stromausfälle ernst nimmt, wird an diesen Kraftstoffen kaum vorbeikommen.
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